14.03.2006

Tolle Moral nicht belohnt

Wieder entscheidet ein Empty-Net-Goal beim 3:5

Was hat das Team für eine Moral! Während sich andere Mannschaften bei einem 0:4 bereits geschlagen geben, glaubten die Wild Wings weiter an sich - und hätten damit beinahe Erfolg gehabt. Dass es am Ende ein 3:5 gab, lag an mehreren Faktoren. Die Grundlage war sicher das erste Drittel, das Bietigheim deutlich für sich entscheiden konnte. Das wiederum war nicht weiter verwunderlich bei einer Strafenverteilung von 10 Minuten gegen Schwenningen und keiner gegen die Steelers. Wobei explizit festzuhalten ist, dass es keinesfalls harte Attacken waren, die zu den Ausschlüssen der Wild Wings führten. Schiedsrichter Vogl jedenfalls schickte gleich fünf Mal Schwenninger Spieler aufs Sünderbänkchen und Bietigheim nahm die Gelegenheiten im Stile einer Klssemannschaft dankend an.

So stand es schon 2:0 ehe Schwenningen überhaupt mal einen Angriff gefahren hatte. Und es sollte noch schlimmer kommen, denn zum zweiten mal wurde ein Puck in der Luft abgefälscht und so ins Schwenninger Tor befördert - 3:0 für die Steelers.

Im zweiten Abschnitt kamen die Gäste etwas besser in Tritt, was sicher auch daran lag, dass sie tatsächlich mal länger als eine Minute am Stück komplett spielen durften. Dennoch waren es die Steelers, die das nächste Tor erzielten.

Jetzt schien der Drops gelutscht, die rund 400 Fans der Wild Wings flüchteten sich fortan in Sarkasmus. Allerdings nicht gegen das Team, denn da war der Wille deutlich erkennbar, sondern gegen Schiedsrichter Vogl. Als irgendwann auch mal ein Bietigheimer rausgestellt wurde, hallten “Schiri, das war das falsche Team”-Rufe durch die Eishalle.

Allerdings sollte man die Niederlage natürlich nicht nur am Schiri festmachen. Aber wenn sich selbst Steelers-Fans über Schwenninger Strafen wundern, kann man selber keine völlig eingefärbte Sichtweise haben.

Wie dem auch sei, es stand 0:4 und alle dachten, das Spiel würde so nach Hause geschaukelt. Aber da wurde die Rechnung wieder mal ohne den Schwenninger Charakter gemacht. Die Wild Wings gaben sich nicht geschlagen und als Robert Brezina noch im zweiten Drittel das 1:4 erzielte, wurde der Wille in den Gesichtern der Spieler so richtig sichtbar.

Dementsprechend ging es im letzten Drittel vornehmlich in Richtung Bietigheimer Tor. Doch der endgültige Anschluss wollte vorerst nicht fallen. Doch dann traf Wayne Hynes aus dem Gewühl und in den Augen der Wild Wings loderte das Feuer endgültig wieder auf. Jetzt warfen sie alles nach vorne und einer der besten, Michael Vsicek, lenkte den Puck in die Maschen. 3:4 rund 2 ½ Minuten vor dem Ende.

Bietigheim schwamm, Trainer Uli Liebsch nahm eine Auszeit und Schwenningen den Torwart raus. Alles oder Nichts im Ellental.

Schwenningen kämpfte an der Bande, der Puck sprang hoch, ein Bietigheimer Spieler fing diesen, schloss die Hand, fuhr vier Meter in den leeren Raum und spielte die Scheibe tief. Wenn schon keine Regelwidrigkeit beim handbll, dann wenigstens Icing? Nö! Statt also Bully im Bietigheimer Drittel, mussten die Wild Wings wieder anrennen und verloren den Puck. Konter Bietigheim und die Entscheidung ins leere Tor.


Fazit: So bitter die erneute Niederlage auch ist, desto wärmer müssen sich die Steelers am Freitag anziehen. Schwenningen brennt darauf, es den Steelers doch noch zu zeigen, obwohl alle Vorzeichen gegen die Wild Wings sprechen.

Doch bisher kamen sie immer wieder zurück. Die Mannschaft will noch keinen Urlaub. Sonst hätte sich beispielsweise eine Robert Brezina noch nicht zurückgemeldet. Allerdings brauchen jetzt die Wild Wings jeden Fan, jeden Push und natürlich auch einmal das nötige Quentchen Glück.