#wirSindSchwenningen
20.02.2017

"Absolut nicht förderlich"

Manager Jürgen Rumrich im Interview

Jürgen Rumrich, die letzte Woche in der Hauptrunde hat begonnen. Wie ist deine Gemütslage?

 

„Ich habe natürlich am vergangenen Sonntag alle Spiele in der Deutschen Eishockey Liga gespannt verfolgt. An unserer Ausgangslage hat sich zunächst nichts Großartiges geändert: nur aus eigener Kraft können wir unser Ziel, die Pre-Playoffs nicht mehr erreichen sondern sind auf Schützenhilfe angewiesen.“

 

In den letzten Tagen wurden auch Schlagzeilen abseits der Eisfläche publik. In erster Linie ging es um die vertragliche Situation einiger Spieler. Wie ist dort der momentane Sachstand?

 

„Allen voran kann ich nur sagen, dass ich sehr enttäuscht bin über die Vorgehensweise mancher Spieler über die Öffentlichkeit zu gehen. Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten sehr offen mit allen Spielern kommuniziert und sie über den derzeitigen Stand der Dinge informiert. Prinzipiell will ich aber auch mal klarstellen, dass es uns wichtig ist, dass sich die Spieler voll und ganz auf das Eishockeyspielen fokussieren sollen. Daher werden Vertragsangelegenheiten nur kurz mit dem Spieler besprochen, die Details über Vertragsinhalte und die momentane Situation werden immer mit dem jeweiligen Agenten besprochen- was im Sportbusiness übrigens ein ganz normaler Vorgang ist. Solange wir unsere Saisonziele noch nicht aus den Augen verloren haben, soll sich jeder Einzelne auf die aktuelle Saison konzentrieren. Jeder Spieler hier in Schwenningen soll das Erreichen der Playoffs im Auge behalten und nicht durch Vertragsverhandlungen abgelenkt werden. Selbst wenn wir dieses Ziel nicht erreichen sollten, so verlangen wir von jedem Einzelnen, dass er sich voll und ganz auf die Saison konzentriert und das bestmögliche für den Klub Schwenningen abruft. Alle anderen Details werden mit dem jeweiligen Agenten besprochen und natürlich bin ich sehr enttäuscht über die Vorgehensweise mancher Spieler, die lieber den Weg über die Öffentlichkeit bevorzugen, als bei ihrem Agenten oder bei mir nachzufragen, wie denn der aktuelle Stand der Dinge ist.“

 

Nach wie vor kann die Mannschaft die Playoffs erreichen- wie ärgerlich sind solche Störfeuer abseits der Eisfläche?

 

„Ganz ehrlich: mehr als ärgerlich! Denn wir alle, Spieler, Trainer, Manager und alle anderen Mitarbeiter sollten einzig und allein das Ziel haben, das Beste für die Schwenninger Wild Wings zu erreichen. Da sind Einzelinteressen eines jeden Einzelnen absolut zurückzustellen, denn einzig und allein der Erfolg des Klubs sollte in dieser heiße Saisonphase im Vordergrund stehen. Und da ist es alles andere als förderlich, wenn einzelne Spieler ihre mögliche, nicht geklärte Vertragssituation in den Vordergrund stellen. Wir sollten alle ein Ziel verfolgen: wir wollen in die Playoffs. Selbst wenn wir es nicht schaffen sollten, so sollte man als Profi bis zum letzten Spieltag alles für seinen derzeitigen Klub in die Waagschale werfen. Für die weitere persönliche Zukunft gibt es das Berufsfeld der Agenten, den fast jeder Spieler hat. Der regelt solche Sachen immer in Absprache seiner Spieler.“