19.02.2010 08:31

Wild Wings können viel klar machen

Sonntag gegen "Mannschaft der Stunde"

Die Lage der Schwenninger Wild Wings vor dem kommenden Wochenende ist klar: Gewinnen die Jungs von Trainer Axel Kammerer beide Spiele, ist das Heimrecht in den Playoffs in trockenen Tüchern. Die Wild Wings haben 94 Punkte, während der Fünftplatzierte Landshut bereits 19 Zähler Rückstand hat. Bei noch acht ausstehenden Partien beträgt das Maximum der möglichen Punkte 24.

Das Problem an dieser Rechnung: Mit Heilbronn (Freitag) und Landshut (Sonntag, 18 Uhr, Helios-Arena) stehen zwei Gegner auf dem Eis, die es den Wild Wings sehr schwer machen werden, dieses Ziel zu erreichen.

Die Heilbronner Falken verloren zwar beide Spiele in der Helios-Arena, gewannen auf heimischen Eis aber mit 5:2. Und zudem hat sich das Team von Trainer Rico Rossi nochmals mit drei Kontingentspielern verstärkt. Mit 67 Punkten rangieren die Falken derzeit auf Platz 7 der Tabelle. Da dies die Preplayoffs bedeuten würde, wollen die Unterländern natürlich noch weiter nach oben klettern. Sechster ist derzeit der SC Rießersee mit 72 Punkten – allerdings auch mit zwei mehr absolvierten Spielen.

Brandgefährlich ist das Heilbronner-Team vor allem durch Calce, Urquhart, Fenton, Johner und Cabana die alle einen Schnitt von mehr als einem Punkt pro Spiel aufweisen. Zudem profitieren die Falken von der Kooperation mit den Adler Mannheim. So stehen zahlreiche Förderlizenzspieler des DEL-Clubs im Aufgebot Heilbronns. Und die bringen neben viel Energie schon mehr als nur beachtliche Leistungen und avancieren teilweise zu absoluten Leistungsträgern.

Sehr viel von der Jugend lebt auch der Sonntagsgegner Landshut. Die Cannibals sind seit jeher die Talentschmiede Deutschlands und da verwundert es nicht, dass drei dieser Youngster eine Art Lebensversicherung der Cannibals sind. Kühnhackl, Rieder und Forster sind trotz ihrer Jungen Jahre absolute Topspieler der Liga. Die so genannte "Babyreihe" hat bereits 30 der Tore erzielt und der junge Forster in Landshuter Diensten erinnert sich gerne an sein letztes Spiel in der Helios-Arena. Er erzielte beim 4:3-Overtime-Sieg der Niederbayern zwei Treffer, darunter das entscheidende Tor in der Verlängerung.

Was sagt Trainer Axel Kammerer zum Sonntagsgegner: "Landshut hat eine tolle Mischung aus sehr guten und routinierten Deutschen, starken Ausländern und eben den jungen Spielern. Rieder, Kühnhackl und Forster werden ihren Weg machen."

Gefragt nach seiner Prognose, weicht Axel Kammerer etwas aus. "Das wird ein Topspiel. Landshut ist - ähnlich wie wir - das Team der Stunde. Sie haben dieses Jahr einen richtig guten Lauf und sehr viele Punkte im Januar und Februar geholt." Diese Aussage lässt sich durch ein Blick auf die letzten Ergebnisse bestätigen. Die Wild Wings haben seit dem Jahreswechsel in 13 Spielen stolze 30 Punkte geholt und nicht nur dadurch den Druck auf Tabellenführer München hoch halten können.

Doch die Cannibals haben eine noch bessere Bilanz: Seit dem 3. Januar holten sie 35 Punkte und sind nach anfänglichen Schwierigkeiten Platz für Platz nach oben geklettert und haben jetzt sogar noch gute Chancen auf das so wichtige Heimrecht in den Playoffs.

Aber noch etwas ist erstaunlich: Bis zu dieser Saison galten die Cannibals als Defensivkünstler, die viel zerstören und kaum Tore schießen. Dies hat sich unter Tobias Abstreiter geändert, denn Landshut hat nach Schwenningen, München und Heilbronn die meisten Treffer erzielt. "Ich erwarte ein Topspiel, wir müssen bereit sein", sagt Axel Kammerer.